Anaerobe Schwelle

Anaerobe Schwelle

Bis zu einer Laktat-Konzentration von ca. 4 mmol/l (dies entspricht einer Laufbelastung), die auch ein Untrainierter bis etwa 30 Minuten durchhalten könnte, befinden sich die entsprechende Stoffwechselvorgänge noch in einem Gleichgewicht. Der zur Verfügung stehende Sauerstoff reicht für die Sicherung des Energiestoffwechsels aus. Bei intensiveren Belastungen kann hingegen die Sauerstoffaufnahme nicht mehr mit dem Bedarf während der Leistung Schritt halten, d.h. der Sportler muss eine „Sauerstoff-Schuld“ eingehen. Resultat ist ein deutlicher Anstieg der Laktatkonzentration.

In der Laktat-Leistungskurve findet man diesen Anstieg meist bei Laktatwerten über 4 mmol/l. Im Rahmen des nunmehr anaeroben Energiestoffwechsels (Abbau der Kohlenhydrate ohne Sauerstoff) wird deutlich mehr Laktat gebildet. Dies führt zunächst zu einer Übersäuerung der lokalen Muskulatur und in weiterer Folge zum generellen Anstieg des Blutlaktatspiegels. Jene Intensität, bei der gerade noch ein Gleichgewicht zwischen Laktatbildung und Laktatabbau besteht, bezeichnet man als anaerobe Schwelle. Sie liegt bei ca. 4 mmol/l (nach Mader).